WIR HABEN UNSERE EIGENE KIRCHE! Kirchenkreisamt nimmt neuen Standort in Betrieb
Das Gelände des ehemaligen Predigerseminars in Klein Hehlen umfasst ein Areal von 12.588 m2 mit 10 Gebäuden und einer Gesamtnutzfläche von 5920 m2. Darunter befinden sich 3 Bungalows und 2 Doppelhaushälften, die privat vermietet sind. Das ehemalige Seminargebäude ist an die Stadt Celle vermietet und wird von der Grundschule Klein Hehlen im Rahmen der offenen Ganztagsschule genutzt. Gut sichtbar von der Berlinstraße ist der großzügig angelegte Gebäudekomplex mit der Kapelle, der Bibliothek und dem Foyer. Das Predigerseminar war im Januar 2009 geschlossen worden, da die Landeskirche die Ausbildung der angehenden Pastorinnen und Pastoren künftig auf das Predigerseminar in Loccum konzentriert.

Für die Gebäude in Klein Hehlen bot sich eine Nachnutzung durch die kirchliche Verwaltung und weitere Einrichtungen des Ev.-Luth. Kirchenkreises Celle an. Die Kirchenkreisämter Celle, Walsrode und Soltau wurden zum Kirchenamt mit Sitz in Celle zusammengeschlossen. Dem neuen Kirchenamt obliegt die Verwaltung für 61 Kirchengemeinden mit 193.000 Mitgliedern. Von Celle aus werden jetzt unter anderem 1400 angestellte Mitarbeiter betreut.
Mitte November fand der Umzug der 3 Kirchenkreisämter zum neuen gemeinsamen Standort in Klein Hehlen statt. Seit dem 30. November läuft der Betrieb wieder in geordneten Bahnen. Darüber hinaus sind auch die Diakoniestation Siloah, der Haus-Notruf-Dienst sowie das Amt für Bau- und Kunstpflege auf das Gelände des ehemaligen Predigerseminars gezogen.
Im Vorfeld des Umzugs waren umfangreiche Sanierungsarbeiten und Umbauten nötig. Schließlich wurden beispielsweise 2 ehemalige Wohnheime aus den Jahren 1958/59 in moderne Bürogebäude umgewandelt. Mit der Planung und Bauleitung war das Celler Architekturbüro Simon & Simon betraut. Im Rahmen der Bauarbeiten wurden die verputzten Gebäude mit einem Wärmedämmverbundsystem ausgestattet, die Fenster ausgetauscht, die Dächer wärmetechnisch saniert und neu eingedeckt, die gesamte Haustechnik erneuert und die notwendige Datentechnik installiert. Bisher hatte es ein zentrales Heizhaus gegeben, von dem aus alle Häuser versorgt wurden. Die Anlage war völlig marode und aus heutiger Sicht nicht mehr sinnvoll. So wurden die Gebäude mit separaten Gasbrennwerttechnik-Heizungsanlagen ausgerüstet.
„Wir haben ganz genau hingeschaut, welche Arbeiten bei den einzelnen Häusern notwendig sind”, macht das mit der Baumaßnahme beauftragte Architekturbüro Simon & Simon deutlich. In ständiger Absprache mit den späteren Nutzern wurde ein adäquates Umbaukonzept entwickelt und dann für eine konsequente Umsetzung gesorgt. „Das Planungsbüro Simon & Simon hat wirklich versucht jeden Wunsch zu erfüllen und hat dennoch dafür gesorgt, dass die Baumaßnahme termin- und fachgerecht innerhalb von 7 Monaten über die Bühne ging”, machen Superintendent Dr. Hans - Georg Sundermann und Friedhelm Kleinke, Leiter des neuen Kirchenamtes, deutlich.
Während beispielsweise die Verwaltung eine große Anzahl an kleineren Büros benötigt, bevorzugen die Mitarbeiter des Amtes für Kunst und Denkmalpflege größere Büros mit großzügigen Ablagemöglichkeiten für Zeichnungen und Unterlagen. So wurden in diesem Bereich Wände herausgenommen. Die nicht mehr benötigten Türausschnitte zum Flur wurden entweder mit Klarglas oder mit Nischenregalen ausgefüllt. Auf diese Weise könnte man diese Etage bei einer eventuellen späteren Nutzungsänderung ganz schnell in viele kleine Büros umwandeln. Bei allen Umbauarbeiten wurde auf den Erhalt einer möglichst großen Flexibilität geachtet.
Die Räumlichkeiten vermitteln eine schlichte aber angenehme und zeitlose Atmosphäre. Die Klarglasscheiben in den Bürotüren sorgen für Tageslicht im Flur sowie für eine transparente und weltoffene Grundstimmung. Viel Wert wurde auf eine einheitliche Gestaltung in Bezug auf die verbauten Materialien und die Farbgestaltung gelegt. Entsprechend der neuen Nutzung wurden dezentrale Parkflächen in unmittelbarer Nähe der Gebäude und dementsprechende Zufahrten angelegt. Die zentrale Grünfläche wurde erhalten, lediglich „potentielle” Trampelpfade wurden gleich im Vorfeld gepflastert.
„Mit unserem Standort sind wir sehr zufrieden”, resümiert Friedhelm Kleinke. „Wir haben eine eigene Kirche! - Das ist auch für eine Kirchenverwaltung etwas ganz Außergewöhnliches und wirkt sich schon jetzt positiv auf unsere wöchentlichen Mitarbeiter-Andachten aus.”

