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Der Beitrag wurde im März 2010 veröffentlicht.

sie scheint vorbei zu sein, die trü­be und extrem lange Winte­rzeit. Geblieben sind uns im besten Fall nur eine hohe Heizkos­tenab­rech­nung und verschlissene Profilstie­fel und Handschuhe, im schlimmsten Fall eine Erinnerung an einen Sturz auf Glatteis mit eingegipsten Folgen, Blechschäden am Auto, zersprungene Keramik­töpfe oder gar im Gartenteich erfrorene Fi­sche. Nicht zu vergessen natürlich die gefährlichen und kosten­in­tensiven Straßenschäden in allen Städten und Gemeinden.

Vorbei sind Glatteis, Schnee und klirrende Kälte, trübe Gedanken werden von den ersten Sonnen­strah­len weg gewischt, die Winter­jacken können in die Reinigung gebracht werden und müssen Gott sei dank der Frühjahrsmode Platz machen. Frühjahrsmode war an dieser Stelle wohl das falsche Stichwort und ist bei Männlein und Weiblein immer wieder um diese Jahreszeit ein leidiges Thema, wenn sich der Winterspeck bei der ersten Anprobe der farbenfrohen Kleidung unübersehbar bemerkbar macht. Bei den Herren bringt es die „Feinkostwölbung”, bei den Da­men sind es „Bikini- und Bauch­frei-Verhinderungs­röllchen”.

Wenn der Hemdkopf abspringt oder die Lieblingsjeans selbst im Liegen nicht mehr zu geht, ist es höchste Zeit, dem Winterspeck den Kampf anzusagen. Diese Qua­len gegen die Pfunde ist seit vielen Jahren ein riesiger Markt für vielversprechende Anbieter rund um die optimale Frühjahrfigur.

Frau­en­zeitschriften haben in diesen Wochen das Thema Diät und vielen Formen seitenlang, in Farbe auf Hochglanzpapier gedruckt und äußerst vielversprechend gestaltet in ihren Blättern. „Sieben Pfund in sieben Tagen” mit Eier, Kartoffeln, Nudeln oder Fleisch etc, Fitnessübungen zur Fettver­brennung und allerlei Schlankge­tränke bohren in unserem schlechten Gewissen herum.

Auch die Fernsehsender haben die­ses immer wieder kehrende Thema für sich längst entdeckt. Welches ist die beste Diät, Ab­nehmen mit der Wundersuppe, Bauchweggürtel und andere Trai­ningsgeräte verfolgen uns ebenso wie Kochsendungen mit leckeren Titeln wie „Lecker schlank” und „Genial und vital”. Schlank wird man aber auch mit Hilfe der Apo­theke, „kostengünstige” Produkte wie „Slim f…” oder Ahornsirup mit Zitrone sollen beim Purzeln der Pfunde helfen. Dünner wird dabei aber eigentlich nur das Porte­monnaie! Selbst das Internet nutzt das World Wide Web für schlanke Versprechungen. „10 Kilo abnehmen in 2 Wochen”, hört sich doch toll an, oder? Fix angeklickt, jetzt kann ja nichts mehr schiefgehen und der Frühling kann kommen!

Es folgen ein paar lapidare Tipps, die jeder schon kennt (ein Glas Wasser vor jeder Mahlzeit trinken, viel Bewegung etc.) und dann die Lösung: Um mehr zu erfahren muss man einfach nur das dazugehörige Buch für knapp 50 Euro erwerben, dort gäbe es noch mehr so Supertipps. Unver­schämter Preis natürlich ohne Schlankheitsgarantie.

Dann doch lieber die Frühjahrsmode eine Num­mer größer neu kaufen? Nee, das schmälert auch nur das Portemonnaie und das soll nun wirklich nicht abnehmen. Was tun? Wir haben einen Tipp für unsere Leser, der garantiert nichts kostet, gesund ist, Fett verbrennt und anschließend sogar noch Freude bringt: Alte Hose, Schuhe und Gartenhandschuhe anziehen (kos­tet nichts), Harke, Besen und Schrub­ber schnappen (kostet im­mer noch nichts), mit dem Reini­gen von Balkon, Terrasse oder Hof loslegen, Laub fegen, Beete oder Balkonkästen von alten Pflanzen und Laub befreien, Kübel ab­schrub­ben, Gartenmöbel auf Vor­dermann bringen (alles Bewe­gun­gen, die gesund sind und Fett verbrennen).

Dann ein paar neue Beet- und Balkonpflanzen setzten (die kosten natürlich etwas, aber war ohnehin im Frühjahrsbudget eingeplant) und sich anschließend mit einem leckeren, kalorienarmen Getränk belohnen. Wenn das Geschaffte dann auf den sauberen Garten­möbeln sitzend bewundert werden kann, bringt das natürlich Freude! Geschätzter Kalorienver­brauch: 500 (mindestens)!!!

Wir wünschen Ihnen jedenfalls viel Freude beim Kalorienverbrauch rund um Wohnung, Haus und Hof. Übrigens: Frühjahrsputz kostet außer ein paar Reinigungsmitteln auch nichts. Geschätzter Kalorien­verbrauch: 600!!! Und dann passt auch die Frühjahrsgarderobe wieder!
Viel Spaß dabei