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NEUBAU IM HISTORISCHEN UMFELD - Lebendigkeit der Breiten Straße durch Mischnutzung erhalten -

Der Beitrag wurde im März 2010 veröffentlicht.

Die Breite Straße wurde nach 1680 bebaut; hier wohnten vor allen Dingen Bedienstete und Zulieferer des Hofes. Es entstanden vorwiegend schnörkellose Giebelhäuser in der traditionellen Fachwerkwerkbauweise. Heu­te findet sich in der Breiten Straße eine klassische Mischnut­zung. Neben der Bohrmeister­schu­le haben hier auch mehrere mittelständische Unternehmen ihren Standort.

Allerdings macht die Sanierung der alten Gebäude nicht immer Sinn, zumal einige Gebäude oft nur sehr aufwendig zu sanieren sind und dennoch nicht den An­forderungen eines modernen Un­ternehmens entsprechen. Um nicht den Standort wechseln zu müssen, hat sich die Geschäfts­führung einer Celler Vermessungs­firma mit Sitz in der Breiten Straße für einen anderen Lö­sungs­weg entschieden.

Neben erheblichen Gebäudemängeln bot der bisherige Firmensitz nicht genug Platz für die 45 benötigten Büro­arbeitsplätze. Außerdem kam zu wenig Tageslicht in die Büros und der fehlende Schallschutz verursachte erhebliche Lärmbelastun­gen. So kam nur ein Abriss in Frage. Als Ersatz wurde ein moderner Büroneubau errichtet, der sich auf Grund seiner Gestaltung gut in die Nachbarschaft mit den denkmalgeschützten Fachwerkhäusern einfügt. Für die Planer stand die Integration des Neubaus in die historisch gewachsene Struktur der Umgebung, an erster Stelle.

So wurde zum Beispiel die First­höhe des Neubaus sogar geringer angesetzt, als die des alten Ge­bäudes. Die Fassadenfront wurde durch das verglaste Trep­pen­haus genau in der Mitte geteilt und spie­gelt auf diese Weise die Klein­gliedrigkeit der Umgebung wider. Durch die Kombination von Alt- und Neubauten hat die Breite Straße nun eine neue Perspektive erhalten, da die Vielseitigkeit durch die Mischnutzung erhalten bleibt und außerdem der Neubau einen interessanten neuen Akzent setzt.

Der unterkellerte Neubau verfügt über 2 Vollgeschosse und ein Dach­ge­schoss, die meisten Innenwän­de bestehen aus Leichtbaukon­struktionen. Bei Bedarf ist die Raumaufteilung ohne großen Auf­wand veränderbar. Zur Gartenseite wurde das Kellergeschoss zu einem hellen Souterrain ausgebaut, so dass hier Platz für die Personalräu­me entstanden ist. Das Gebäude zeichnet sich durch große Fen­sterflächen und eine hervorragende Wärmedämmung aus und ist mit der neuesten EDV - Technik versehen.

Mit der Planung waren die Archi­tekten bwp NILSSON WITT betraut. Das Bauunternehmen Wiebe aus Wietze hat die Ausführungspla­nung, die statische Berechnung sowie die Bauleitung übernommen und den Büroneubau schlüsselfertig erstellt. „In Bezug auf die kurze Bauzeit von nur 7 Monaten musste der Zeitplan genau eingehalten werden und die Koordina­tion auf der Baustelle reibungslos funktionieren”, macht Dipl. - Bau­ingenieur Karsten Wiebe deutlich. „Wir arbeiten nur mit ortsansässigen und erfahrenen Handwerkern zusammen, auf die wir uns in jeder Beziehung verlassen können.”

Das Vermessungsbüro war für die Bauzeit in Räumlichkeiten auf dem ehemaligen Gelände der Stadt­werke in der Fuhsestraße gezogen. Inzwischen läuft der Betrieb be­reits im Neubau und alle Mitar­beiter sind von ihren neuen Ar­beits­plätzen begeistert.