NEUBAU IM HISTORISCHEN UMFELD - Lebendigkeit der Breiten Straße durch Mischnutzung erhalten -
Die Breite Straße wurde nach 1680 bebaut; hier wohnten vor allen Dingen Bedienstete und Zulieferer des Hofes. Es entstanden vorwiegend schnörkellose Giebelhäuser in der traditionellen Fachwerkwerkbauweise. Heute findet sich in der Breiten Straße eine klassische Mischnutzung. Neben der Bohrmeisterschule haben hier auch mehrere mittelständische Unternehmen ihren Standort.
Allerdings macht die Sanierung der alten Gebäude nicht immer Sinn, zumal einige Gebäude oft nur sehr aufwendig zu sanieren sind und dennoch nicht den Anforderungen eines modernen Unternehmens entsprechen. Um nicht den Standort wechseln zu müssen, hat sich die Geschäftsführung einer Celler Vermessungsfirma mit Sitz in der Breiten Straße für einen anderen Lösungsweg entschieden.

Neben erheblichen Gebäudemängeln bot der bisherige Firmensitz nicht genug Platz für die 45 benötigten Büroarbeitsplätze. Außerdem kam zu wenig Tageslicht in die Büros und der fehlende Schallschutz verursachte erhebliche Lärmbelastungen. So kam nur ein Abriss in Frage. Als Ersatz wurde ein moderner Büroneubau errichtet, der sich auf Grund seiner Gestaltung gut in die Nachbarschaft mit den denkmalgeschützten Fachwerkhäusern einfügt. Für die Planer stand die Integration des Neubaus in die historisch gewachsene Struktur der Umgebung, an erster Stelle.
So wurde zum Beispiel die Firsthöhe des Neubaus sogar geringer angesetzt, als die des alten Gebäudes. Die Fassadenfront wurde durch das verglaste Treppenhaus genau in der Mitte geteilt und spiegelt auf diese Weise die Kleingliedrigkeit der Umgebung wider. Durch die Kombination von Alt- und Neubauten hat die Breite Straße nun eine neue Perspektive erhalten, da die Vielseitigkeit durch die Mischnutzung erhalten bleibt und außerdem der Neubau einen interessanten neuen Akzent setzt.
Der unterkellerte Neubau verfügt über 2 Vollgeschosse und ein Dachgeschoss, die meisten Innenwände bestehen aus Leichtbaukonstruktionen. Bei Bedarf ist die Raumaufteilung ohne großen Aufwand veränderbar. Zur Gartenseite wurde das Kellergeschoss zu einem hellen Souterrain ausgebaut, so dass hier Platz für die Personalräume entstanden ist. Das Gebäude zeichnet sich durch große Fensterflächen und eine hervorragende Wärmedämmung aus und ist mit der neuesten EDV - Technik versehen.
Mit der Planung waren die Architekten bwp NILSSON WITT betraut. Das Bauunternehmen Wiebe aus Wietze hat die Ausführungsplanung, die statische Berechnung sowie die Bauleitung übernommen und den Büroneubau schlüsselfertig erstellt. „In Bezug auf die kurze Bauzeit von nur 7 Monaten musste der Zeitplan genau eingehalten werden und die Koordination auf der Baustelle reibungslos funktionieren”, macht Dipl. - Bauingenieur Karsten Wiebe deutlich. „Wir arbeiten nur mit ortsansässigen und erfahrenen Handwerkern zusammen, auf die wir uns in jeder Beziehung verlassen können.”
Das Vermessungsbüro war für die Bauzeit in Räumlichkeiten auf dem ehemaligen Gelände der Stadtwerke in der Fuhsestraße gezogen. Inzwischen läuft der Betrieb bereits im Neubau und alle Mitarbeiter sind von ihren neuen Arbeitsplätzen begeistert.

