• Sie haben Fragen oder Anmerkungen? Tel.: 05141 - 299 50 60 |
  • Kontakt

14 Juni 2021

bildbildbildbild

„Der Abfall wird leider häufig vergessen.“

Interview mit Dagmar Schmiedner, beim Zweckverband Abfallwirtschaft Celle zuständig für Pressearbeit und Kommunikation.

01.03.2021

titel

stock.adobe.com - fotomek

Beitrag teilen

Fürs Bauen und Wohnen ist die Abfallentsorgung eine wichtige Grundvoraussetzung. Was können Bauherren beachten?

DS: Unsere Erfahrung ist, dass das Thema „Abfall“ in der Planung häufig vergessen wird. Ganz bestimmt nicht absichtlich, sondern einfach, weil man es nicht so richtig auf dem Schirm hat. Dabei ist es tatsächlich wichtig – während der Bauphase und dann später, wenn man im eigenen Zuhause wohnt.

Gehen wir’s der Reihenfolge nach an. Was ist während der Bauphase zu bedenken?

DS: Wir müssen hier zwischen zwei Alternativen unterscheiden. Alternative Nummer Eins: eine Baufirma ist beauftragt. Dann übernimmt diese Firma auch die Entsorgung des anfallenden Abfalls und weiß als Fachbetrieb genau, was zu tun ist. Alternative Nummer Zwei: Der Bauherr geht selbst zu Werke, zum Beispiel im Rahmen von vereinbarten Eigenleistungen. In diesem Fall ist man selbst zuständig für die Entsorgung.

Was ist dabei wichtig?

DS: Im Prinzip dasselbe wie bei allen Abfällen. Es lohnt sich, immer an die korrekte Trennung zu denken. Wenn Sie bauen, fallen vor allem drei Abfallfraktionen an: mineralische, also der klassische Bauschutt, Kartonagen, also Verpackungen, und Kunststoffe, die ebenfalls in Form von Verpackungen am Start sind, zum Beispiel bei Plastiktütchen, in denen Dübel geliefert werden. Hier sauber zu trennen, macht sehr viel Sinn. Die Kunststoffverpackungen können Sie als Privatperson über den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne entsorgen. Papier und Kartonagen können Sie ebenso wie Bauschutt zu unseren Entsorgungsanlagen bringen. Wenn alles sauber getrennt ist, sparen Sie Kosten, und die Umwelt freut sich mit, denn dann bleiben die Wertstoffe im Kreislauf und können wiederverwendet werden.

Soviel zum Bauen. Irgendwann steht mein Zuhause. Was mache ich jetzt mit dem Abfall?

DS: Leider wird auch dabei der Abfall oft vergessen. Ihr künftiges Zuhause funktioniert umso einfacher, je besser Sie Ihre Abfallentsorgung von vornherein mit eingeplant haben. Die Tonnen brauchen ja Stellplätze, daran sollte man schon früh denken.

Wieviele Tonnen muss ich einplanen?

DS: Hausmüll ist absolute Pflicht, an dieser Tonne geht schon gesetzlich kein Weg vorbei. Eine Papiertonne sollte auch vor Ort verfügbar sein. Dann hätten wir noch die Gelbe Tonne oder alternativ eine neutrale Tonne, in der ich meine Gelben Säcke sammeln kann. Und schließlich gibt es noch die Bio-Tonne, an die ich auf jeden Fall optional mitdenken sollte.

Warum „optional“?

DS: Wer neu baut und dementsprechend ein Grundstück hat, sollte seine Bio-Abfälle idealerweise selbst kompostieren und so einen eigenen kleinen Kreislauf schaffen, die hochwertige Erde also in den eignen Garten einbringen. Das tun die meisten Menschen in Neubauten auch, stoßen dann aber auf praktische Grenzen. Samentragende Unkräuter, zum Beispiel, bergen die Gefahr, dass sie gar nicht kompostiert, sondern eher im Garten verteilt werden. Und auch Essensreste mag nicht jeder auf dem eigenen Komposthaufen unterbringen. Deshalb kommt die Biotonne oft als ergänzender Behälter hinterher.

Was empfehlen Sie ganz allgemein zum Thema Abfall?

DS: Natürlich erstmal, Abfall zu vermeiden. Zum Beispiel, indem ich möglichst viel Bio-Abfälle selbst kompostiere. Für den Rest gilt: Trennen zahlt sich für alle aus. Als Haushalt profitieren Sie, weil Sie Ihren Hausmüll reduzieren können, nach dessen Volumen Sie berechnet werden. Und je klarer getrennt die verschiedenen Abfallfraktionen zurück in die Kreisläufe geraten, desto besser lassen Sie sich verwerten, womit wir alle dazu beitragen können, Ressourcen zu schonen.

Ihre abschließende Empfehlung für Bauherren?

DS: Das Thema Tonnen früh genug bedenken und einen Platz auf dem eigenen Grundstück finden, der einerseits bequem zu erreichen ist, andererseits nah genug an der Straße liegt, wohin die Tonnen ja am Ende zur Entleerung gebracht werden müssen. Eigentlich ist es doch ganz logisch: Je einfacher ich meine Mülltrennung organisiere, desto besser wird sie im Alltag dann auch funktionieren.

Weitere Berichte aus der Kategorie

Dies könnte Sie auch interessieren

Anzeige ad

© Copyright mvc.medien