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16 Mai 2021

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„Celle zu Norddeutschlands familienfreundlichster Stadt machen!“

Ein Gespräch mit Celles Oberbürgermeister Jörg Nigge über Baugebiete, Bildung und die hohe Lebensqualität jenseits der Metropolen.

01.03.2021

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Herr Nigge, was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie an das neue Baugebiet in Groß-Hehlen denken?

Nigge: Als Oberbürgermeister der Stadt denke ich zuerst nicht abstrakt an Baugebiete, sondern ganz konkret an die Menschen, die hier ihr neues Zuhause finden. Baugebiete auszuweisen ist ja nur ein Mittel zu dem Zweck, die Wohn- und Lebensqualität einer Stadt zu steigern und sie so attraktiv zu machen, zum Beispiel für junge Familien.

Für das Baugebiet in Groß-Hehlen haben Sie sich stark eingesetzt. Freut es Sie, dass dieser Einsatz jetzt Früchte trägt?

Nigge: Definitiv. Wir konnten hier in Celle in den letzten Jahren beobachten, wie immer mehr Baugebiete im Umland entstanden und großen Zuspruch fanden. Nicht falsch verstehen: Das gönnen wir dem Umland natürlich. Aber es muss unser Ziel bleiben, auch in der Stadt Angebote machen zu können, uns weiterzuentwickeln, Celle als das zu positionieren, was Celle ist: ein toller, lebenswerter Standort.

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Dabei können Neubaugebiete aber nur ein Baustein sein, oder?

Nigge: Richtig. So sehen wir sie auch, als Teil einer übergeordneten Strategie, die sich mit einem ehrgeizigen Ziel betiteln lässt: Celle zu Norddeutschlands familienfreundlichster Stadt machen! Das soll jetzt bitte kein bisschen größenwahnsinnig klingen, wir schätzen die Potenziale sehr realistisch ein und sind zielstrebig dabei, Celles Stärken systematisch zu stärken.

Welche Stärken haben Sie dabei im Sinn?

Nigge: Oh, da gibt es viele! Nehmen wir mal das Thema „Stadt der kurzen Wege“, das für Familien ein echter Pluspunkt ist. Dieses Prinzip lässt sich sehr gut in Celles Innenstadt erleben. Deshalb haben wir viel Engagement in deren Wiederbelebung gesteckt – und ein gutes Ergebnis dabei erzielt. Man hört wieder häufiger, dass Menschen aus Hannover für ihren Shoppingbummel rüberkommen, das ist kein schlechtes Zeichen. Ein anderes Thema ist die Bildung, wirklich entscheidend für junge Familien. Wir haben einige Millionen Euro in die Hand genommen, um die Infrastruktur in diesem Bereich auf Stand zu bringen. Auch hier lasse ich mich gerne am Resultat messen: Wer heute in Celle einen Kita-Platz sucht, findet ihn auch!

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Hat Celle also tatsächlich seine traditionellen Standortnachteile verloren?

Nigge: Um das zu beantworten, müsste man konkretisieren, was diese Nachteile waren. Sicherlich ist da die Lage, beziehungsweise die Anbindung zu nennen. Das bleibt natürlich ein Faktor, aber er ist in vielen Berufen nicht mehr entscheidend, wenn man verstärkt digitalisiert arbeitet oder in Dienstleistungen tätig ist, die keine Autobahn vor der eigenen Tür brauchen. Und dann wendet sich das Blatt. Auf einmal wird mehr auf die Lebensqualität eines Standortes geachtet als auf seine verkehrliche Vernetzung, die dabei nur ein Punkt unter sehr vielen ist. Plötzlich kommen andere Fragen auf: Kann ich bequem einkaufen gehen? Finde ich alles vor Ort? Auch bezahlbaren Wohnraum? Stimmt die medizinische Versorgung? Landen meine jüngeren Kinder in einer guten Kita und meine älteren in einer guten Schule? Wachsen sie in einem Umfeld auf, das durch Sicherheit und Geborgenheit geprägt ist? Viele Fragen, die Celle eindeutig mit „ja“ beantworten kann.

Celle also auf dem Weg vom hässlichen Entlein zum prächtigen Schwan?

Nigge: Naja, so richtig hässlich war’s ja nun auch wieder nicht. Wenn Sie damit aber eine Entwicklung zum Besseren ansprechen, stimme ich zu. Wir können sowohl für Bürgerinnen und Bürger als auch für Unternehmen viele Pluspunkte in die Waagschale werfen, die die Standortqualität der Zukunft ausmachen werden. Noch einmal, ich meine das durchaus ernst: Es ist möglich, Celle zu der Stadt in Norddeutschland zu machen, die am familienfreundlichsten ist.

Noch mal zurück zum Baugebiet. Welche Bitte haben Sie an die Menschen, die sich hier ihre Träume vom eigenen Zuhause erfüllen?

Nigge: Das sind zwei Bitten. Erstens: Genießt den Start in den eigenen vier Wänden, das ist ein besonderer Moment im Leben. Zweitens: Sprecht mit euren Freundinnen und Freunden aus Hamburg, Berlin oder Hannover darüber, wie viel Freude es macht, in Celle zu wohnen.

Das Gespräch führte Martin Murch.

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